Puffbrause im Container der Liebe

Da sitzen sie in ihren uniformen Reihenhäusern. Mensch, ihre Autokennzeichen sind so superlustig, dass mir die Schenkel vom Klopfen weh tun. Wenn ein frivoler Gag geht, dann sind die Kreis Segeberger nicht weit. Die älteren Semester machen dann den Autokennzeichen-Spaß mit der Puffbrause und ich denke mir, man müsste Fahrerflüchtiger werden.

Was soll aus einer Welt werden, in der jeder Trottel seine Fresse aufmachen darf, in der jede Mutti lieber Spielerfrau als Abiturientin werden möchte? Auf den Straßen sind die Rowdies unterwegs, die Nazis zünden aus Neid und Dummheit menschenunwürdige Behausungen an, da sie glauben zu kurz zu kommen? Wir sind Deutschland! Zu Gast bei Exfreunden.

Tote Kinder werden auf Facebook geteilt. Und wir sitzen in unseren uniformen Reihenhäusern und schreiben Unmut ins Netz, der aber keinen Schwanz aus der Hose lockt. Ich weiß, ich schweife ab. Eben noch bei Gewaltfantasien gegen unwichtige Straßenverkehrsteilnehmer, denen man Punkte in Flensburg verordnen möchte, nur weil sie sich für ein Nummernschild entschieden haben, dass verboten gehört. Und hey, ihr FahrradhelmträgerInnen, by the way: Ein Helm sieht einfach scheiße aus.

Da draußen tobt der Mob. Man schreibt jetzt wieder das Wort Herbst groß. Ich trage weiter Kurzarm, weil ich einfach ständig heiß laufe, wenn ich mich durch euch durch bewegen muss. Alles für ungut. Ich bastle eine Lichterkette für die di Lorenzos dieser Welt und setze mir im Dachgeschoss meines Non-Architektenhauses die Kopfhörer auf und höre mir die Songauswahl der Themenabend-LiebhaberInnen (7Tage-7Songs) meiner debilen Facebookfreunde an und schäme mich zutiefst.

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